Kinderclub im Hugenottenkabinett Burg
Hintergrund des Projektes:
Schon einmal - nämlich vor 300 Jahren - haben die Räume des jetzigen Hugenottenkabinetts dem Zusammenwachsen von Flüchtlingen und Eingesessenen gedient.
Seit dem Zuzug von über hundert hugenottischen Familien aus Frankreich, der Schweiz und aus Süddeutschland Ende des 17. Jahrhunderts hat es 120 Jahre lang gedauert, bis es eine gemeinsam gestaltete Lebenswelt in Burg gab.
Im Nachherein ist zu konstatieren, dass beide Bevölkerungsgruppen aus diesem Prozess der Annäherung bereichert hervorgegangen sind.
Bis es zur gegenseitigen Anerkennung kam, war es ein langer Weg von Erfolgen und Mißerfolgen; bedingt und gefördert durch "obrigkeitliche Schirmherrschaft", wie wir es heute nennen würden (Edikt von Potsdam 1685 und Patronat durch die Hohenzollern).
Integration war gewollt und wurde ideologisch, logistisch, auch finanziell unterstützt.
Ziel des Projektes:
Im von der EU ausgerufenen "Europäischen Jahr der Chancengleichheit 2007" fühlen wir uns als evangelische Kirche gefordert, mit unseren vorhandenen Möglichkeiten Zuwanderung und Integration aktiv mit zu gestalten. Wir wollen unseren Teil zum gelingenden Miteinander der Menschen aller Nationalitäten in unserem Bereich beitragen. Innerhalb des Lokalen Aktionsplanes der Stadt Burg sehen wir die Chance, dass mehrere gesellschaftliche Kräfte für dieses Ziel zusammenwirken können.
- Angesprochen werden sollen durch unser Angebot
vor allem Kinder und deren Familien (sowie entsprechende Personen aus dem Umfeld) mit dem Ziel, sowohl lebensweltliches als auch organisiertes Lernen durch Teilhabe zu ermöglichen und zu fördern.
- Ausgangspunkt ist die Schaffung von Begegnungsmöglichkeiten zwischen Kindern und Familien mit und ohne Migrationshintergrund als Voraussetzung für den Erwerb der Grundkompetenz Toleranz.
- Durch Kennenlernen und gegenseitiges Sich-Schätzen-Lernen sollen Erfahrungen gesammelt werden, die zur Bereicherung eigener Positionen führen. So soll bei den Kindern von vornherein Normalität im Umgang mit Anderen/Fremden hergestellt und Vorurteilen vorgebeugt werden.
- Begleitete verbale und nonverbale Kommunikationsmöglichkeiten sollen sowohl zu gelingendem Zusammenleben verhelfen, als auch Chancengleichheit in den jeweiligen Bildungsbiografien fördern.
- Gemeinsamkeiten und Unterschiede in religiösen und weltanschaulichen Fragen werden erarbeitet.
- Konflikte sollen sichtbar gemacht werden in dem Bestreben gewaltfreie Konfliktlösungen zu erarbeiten und einzuüben.
Projektbeschreibung:
- Kinder (altersübergreifend) treffen sich regelmäßig in den Räumen des Hugenottenkabinetts.
Dabei werden gezielt Kinder deutscher Eltern mit ausländischen Kindern zusammengebracht.
Programm: Kennenlern-Aktionen, Thematische Beschäftigungen, Gemeinsames Essen.
- Ausflüge und gemeinsame Feste mit Familien.
- Einbeziehung der Eltern in die Kinder-Treffs mit dem Ziel des gegenseitigen Kennenlernens und Überwindung von Vorurteilen.
- Teilnahme an gemeinsamen Aktionen innerhalb des Lokalen Aktionsplanes.
- Bei Interesse Sonderprojekte, wie: Früherziehung in englischer Sprache
- Konfliktmanagement in Einzelfällen.
Das Zusammenleben von Einheimischen und Zuwandernden gelingt nicht von selbst. Beide Seiten müssen mit eigenen Integrationsleistungen dazu beitragen.
Als einer der gesellschaftlichen Akteurinnen im Bildungshandeln wollen wir mit unserem Projekt Hilfestellung dazu anbieten.